Chronik 1873 - 1988

1873
am 14. April 1873: Gründung des Drachenfels-Clubs.
1. Vorsitzender wird Dr. Wilhelm Schepp, Apotheker in Bad Dürkheim. Der Drachenfels mit der Drachenkammer und der Drachenhöhle wird zugänglich gemacht. Ein Fußpfad zum Friedrichsbrunnen wird angelegt. Die Quelle wird gefaßt, und die Waldanlage und der Weiher werden gestaltet.

1874
Auf dem Isenachweiher wird ein Kahn eingesetzt. Der Schillerplatz mit der Schillerlinde wird angelegt. Der Heidenfels wird durch eine Treppe zugänglich gemacht. Der Zeppelinturm auf dem Ebertsberg - auch die Schneckennudel genannt - wird instandgesetzt. Das Geiersbrünnchen wird gefaßt.

1875
Die Anlage am Heidenfels wird vervollständigt, und neue Wege werden angelegt, so auch der Weg von Bad Dürkheim zur Weilach und zum Peterskopf. Am Forsthaus Weilach wird ein Festplatz geschaffen. Die 1845 gebaute Laura-Hütte geht in das Eigentum des Drachenfels-Clubs über.

1878
Heinrich Bart, Bürgermeister in Bad Dürkheim, wird 1. Vorsitzender.

1879
Anlagen auf der Hardenburg werden hergestellt. Ein Weg zum Schloßeck wird ausgebaut. Der Schützenweg wird verbreitert.

1880
Die Schneckennudel wird als Hügel neu errichtet.

1881
Die Ruine Schloßeck wird hergerichtet. Der Weg vom Schloßeck zum Rahnfels wird gebaut.

1882
Der Drachenfels-Club erneuert den mächtigen Torbogen am Schloßeck.

1883
Das Kochdenkmal an der Kochsruhe wird enthüllt, und das Schloßeck wird restauriert.

1884
Die Quelle am Hammelsbrunnen wird gefaßt.

1885
Die Schneckennudel wird instandgesetzt, und der Karlsweg wird angelegt. Eine Landkarte von Dürkheim wird herausgebracht.

1887
Auf der Limburg werden Ausgrabungen vorgenommen und verschüttete Bauteile freigelegt; der Kreuzgang wird renoviert. Der Zickzackweg von Grethen zur Limburg wird geschaffen. Am Limburgberg wird Gelände erworben. Die Kastaniendelle wird gekauft. Die 1. Hütte wird auf dem Kriemhildenstuhl gebaut. Dr. Christian Mehlis, Gymnasiallehrer in Bad Dürkheim, wird 1. Vorsitzender.

1888
Der Drachenfels-Club bekommt den Rechtsstatus eines eingetragenen Vereins. Die Anlagen im Seebacher Tälchen und am Mundhardterhof werden geschaffen. Die Kaiser-Wilhelm-Höhe mit der schönen Aussicht wird gebaut.

1890
Der Straußplatz wird erstellt.

1893
Herr Karl Schaefer, Gutsbesitzer in Bad Dürkheim, wird 1. Vorsitzender. Wege von der Hardenburg und von den Drei Eichen nach Kehrdichannichts werden angelegt.

1894
Die Schrift 'Der Drachenfels' von Dr. Christian Mehlis wird herausgegeben. Die Schutzhütte am Friedrichsbrunnen wird gebaut.

1896
Das Projekt Bismarckturm wird aufgegriffen. Der Drachenfels-Club wird der Herausgeber des vom 1. Vorsitzenden Karl Schaefer geschriebenen Heftchens "Wegweiser für Dürkheim und Umgebung".

1897
Das Projekt Bismarckturm wird ausgeschrieben und der Ausschuß von 11 Herren gebildet. Aus 70 Planungsvorschlägen wird der vom Architekt Friedrich Kunst aus Karlsruhe zum Bau ausgewählt.

1898
Das Relief von Kaiser Wilhelm I. wird an der Kaiser-Wilhelm-Höhe angebracht.

1899
Ein Weg zur Hardenburg wird angelegt, und eine Gedenktafel mit dem Wappen der Leininger wird auf der Hardenburg angebracht.

1900 - 1903
Der Bismarckturm wird von den Baumeistern Berger und Diehl aus Hardenburg gebaut.

1902
Zur Einweihung des Turms wird eine Gedenkmünze herausgegeben.

1903
5. Juli: Einweihung des Bismarckturms unter großer Beteiligung der Bevölkerung. Die Baukosten betragen 33.000 Goldmark.

1904
Das Tor in Höningen wird erneuert, und zu dessen Geschichte wird eine Gedenktafel angebracht. Der Hammelsbrunnen wird hergerichtet. Der Siegfriedsbrunnen wird neu gestaltet.

1905
Die Schneckennudel wird wieder restauriert.

1906
Am Mundhardterhof wird Ödland gekauft. Das Wetterkreuz von 1503 wird wieder aufgestellt. Auf dem Rahnfels wird eine Schutzhütte gebaut. Kosten 1.200 Goldmark.

1911
Die Pflanzung der Prinzregentenlinde am Prof.-Dillinger-Weg in Hausen zum 90. Geburtstag des Prinzregenten Luitpold von Bayern wird vorgenommen.

1912
An den Drei Eichen wird eine Schutzhütte errichtet.

1914-1918
1. Weltkrieg

1926
Dr. Friedrich Dahlem, Bürgermeitster in Bad Dürkheim, wird 1. Vorsitzender.

1928
Am Bismarckturm werden die von den Franzosen beschädigten Reliefs erneuert.

1929
Am Flaggenturm wird die Eßlinger-Bank mit Gedenktafel errichtet. Auf dem Köppel, über dem Steinbruch, wird die Rudolf-Bart-Ruhe gebaut.

1930
Die Schaeferwarte wird am Waldrand zum Halsberg zu Ehren des langjährigen 1. Vorsitzenden Karl Schaefer gebaut.

1932
Der Goetheplatz mit dem Relief des Dichters wird hinter dem Sanatorium geschaffen, Bänke werden dort aufgestellt und der Platz wird eingezäumt.

1933
Der Badedirektor und Schriftführer Rottenhäuser tritt zurück und wird Ehrenmitglied. Dr. Friedrich Dahlem wird Ehrenmitglied.

1934
Der bisherige 1. Vorsitzende Dr. Friedrich Dahlem legt sein Amt nieder. Richard Imbt, Bürgermeister in Bad Dürkheim, wird 1. Vorsitzender. Dr. Friedrich Dahlem wird die Ehrenmitgliedschaft aberkannt.

1936
Die Schutzhütte auf der Nolzeruhe wird errichtet. Der 1. Vorsitzende Richard Imbt legt sein Amt nieder, und Kurdirektor Dörter wird 1. Vorsitzender.

1939-1945
2. Weltkrieg

1948
am 14. Februar nimmt der Drachenfels-Club offiziell seine Aktivitäten wieder auf. Jakob Mentzer wird 1. Vorsitzender. Auf dem Kriemhildenstuhl wird eine 2. Hütte gebaut.

1952
Instandsetzung des Wetterkreuzes.

1956
Herbert Fitz wird 1. Vorsitzender.

1968
Das Dach der Schutzhütte Drei Eichen wird erneuert.

1973
Adolf Krapp wird zum 1. Vorsitzenden gewählt.

1974
Renovierung des Bismarckturms: Der innere Aufgang zur Außentreppe und die Unterkunft für den Wärter werden gebaut.

1975
Renovierung der Hütte auf dem Kriemhildenstuhl: Der Platz wird neu gestaltet und Bänke werden aufgestellt.

1976
Die Kaiser-Wilhelm-Höhe wird saniert.

1977
Der Friedrichsbrunnen wird neu gefaßt, und der Platz davor wird neu gegestaltet. Der Stadtmauerturm wird zur 1200 Jahrfeier der Stadt Bad Dürkheim saniert. Der Geiersbunnen wird restauriert.

1978
Das Gelände um die Drei Eichen wird eingezäumt. Der Club beteiligt sich an der 1200 Jahrfeier der Stadt Bad Dürkheim und organisiert Ausstellungen.

1979
Beginn der Renovierung am Vigilienturm. Eine Wasserleitung zum Laufbrunnen an der Kastaniendelle wird verlegt. Herbert Fitz wird Ehrenvorsitzender. Vorstellung des 1. Bildbandes "Alt Dürkheim" von Adolf Krapp.

1980
Aufräumarbeiten am Wetterkreuz. Reparaturen an der Hütte Nolzeruhe und Erweiterung des Platzes.

1981
Das Buch "Aus der Jugendzeit" von Jakob Esslinger wird neu aufgelegt.

1984
Vorstellung des 2. Bildbandes "Alt Dürkheim" von Adolf Krapp.

1985
Das Buch "Der Vigilienturm" von Karl Heinz erscheint.

1986
17.05.1986 Einweihung des renovierten Vigilienturmes und der Jakob-Esslinger-Gedenktafel auf dem Vigilienberg.
20.06.1986 Der Bismarckturm wird unter Denkmalschutz gestellt.

1988
08.10.1988 Jubiläum un Fahneweih beim Drachenfels-Club

von Helmut Metzger, Bad Dürkheim

's Johr neunzehhunnertacheachtzisch,
des is e Johr ! Ja des Johr macht sich !
Dann 's is - ich bin eich gut defor -
zunägscht e Jubiläumsjohr !
Seht: De Verein - hot mer mir gsat -
is 115 Johr alt grad !
En "ältrer Herr", doch nit senil !
Nee, jung gebliwe un mobil !
Im Gründungsjohr hor mer aa traut
die Drachekammer ausgebaut
beim Drachenfels im diefe Wald,
wu manchemol noch 's Jagdhorn schallt !
Alos: Die Drachekammer, Leit,
is aa grad 115 heit !
Drache sin kee meh drin, welch Sege.
Doch finnen Mensche Schutz vorm Rege;
un Liewespärchen dut's dort glicke,
zu schitze sich vor fremde Blicke !
E rundes Jubiläum schee
hot ee die Kaiser-Wilhelms-Heh !
Gebaut dort im Drei-Kaiser-Johr
is se jetzt hunnert ! Stellt eich vor !
Die Kochs-Ruh in de Keschde-Dell
is hunnertfinf heit offiziel !
Un unser guter Bismarckturm,
zwää Krieg getrotzt un manchem Sturm,
den hot mer ei(n)geweiht, gar frei,
im Summer neunzehhunnertdrei.
Un des war, merkt mer jetzert schlau,
vor 85 johr genau !
Noch nit genunk mit runde Zahle.
Mer kenn' noch mit rer weitre prahle:
Dort am Kriemhildestuhl, die Hütt,
hot mer gebaut - ich mogel nit -
genau, ehr Leit, vor verzisch Jährcher,
zum Schutz for Wanderer un Pärcher.

Un frogt ihr mich mit leisem Spott,
wer des all rausgediftelt hot,
die runde Zahle nit zu knapp -
de Vorstand war's, de Adolf Krapp !
Ja der fiehrt Buch un wäß Bescheid,
En Pensionischt, der hot halt Zeit !
Um 's Johr zu kröne, ehr kennt's ahne,
griecht de Verein heit noch en Fahne.
Des häßt, der Fahn is e Flagg
zum Hisse. Ja mer sin uff Zack !
E ägni Flagg hot, ich du's kund,
sunscht bloß a Stadt, e Land, de Bund.
Mer hen a Flagg, wu uns zu eige;
jawohl, jetzt ken mer 'Flagge zeige' !
Schwarz-gold häßt, daß mer pälzisch sin.
Drache un Stadtwappe do drin,
weist uns als Derkemer aus am Enn,
die wu kee Angscht vor'm Lindworm hen !
In Speyer hot mer's noch getrimmt,
daß aa heraldisch alles stimmt !
De Otmar Weber, schwer uff Zack,
hot se uns gstift, die schää(n), nei Flagg !
Un domit geht er insgemei(n)
in die Vereinsgschicht bei uns ei(n)
un lebt mal fort, wann ich eich sag,
wie unser Valtin Oschtertag !
Wann am Vigilienturm diskret
die Flagg gehißt is un dort weht,
wäß jeder Bürger klee un groß:
Heit is dort owe ebbes los !
Doch henken mer die Fahn gelind,
nit, wie so mancher, nooch em Wind.
Nee, unser Windrichtung häßt stur:
Heimt un Gschicht un die Nadur !
PS.:
So 'n Fahne, loßt mich des noch singe,
der kann eem schää(n) ins Schwitze bringe.
dann geschdern owend - heeren's froh -
do war der Fahne nimmi do !
De erschte Vorstand konschterniert
hot gsucht un hot telefoniert.
Wer hot die Fahne ? Mensch, wu isse ?
"Mer hen se nit!" segt mer beflisse !
Mensch Meier, liewer Gott, o mei(n),
un morge frieh is Fahneweih !
Wisse bloß ? Wer hot se ghat ?
Fascht gibt's Alarm in unsrer Stadt !
Un endlich dann in speete Stunne
hot mer des arme Fähnche gfunne !
Im Vigiliehaisel war gepitscht
die Fahn unner e Bank geritscht
un hot so manchen Dag belämmert
uff'm Bodde vor sich hi(n)gedämmert !
Ja, so en Fahne, schee, erlaucht,
werd halt erscht wichtig, wann mern braucht !
Drum wär's jetzt beinoh, kann mer ahne,
e Fahneweih heit ohne Fahne !

 
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