Drachenfels

 

Naturschutzgebiet Drachenfels

 

 

 

Kurzbeschreibung:

Lage 573 m ü. NN. 12,5 ha großes Naturschutzgebiet. Seine Höhenplatte hat 4 Vorsprünge. Der Südwestvorsprung bildet den eigentlichen Drachenfels. Unterhalb des Südwestvorsprungs befinden sich die Drachenkammer und die Drachenhöhle, die 1873 vom Drachenfels Club zugänglich gemacht wurde. Zu erwandern im Norden ausgehend ab der Waldgaststätte Saupferch und vom Süden ab PW - Hütte Lambertskreuz.

Geschichtliches:

Das Naturschutzgebiet Drachenfels befindet sich nicht im Eigentum des Drachenfels-Club.

Dennoch stand das geologische Denkmal aufgrund seiner Felsformation mit dem begehbaren West- und Südfelsen sowie der Drachenhöhle mit Drachenkammer Pate als Namensgeber des heutigen „Drachenfels Club - Verschönerungsverein für Bad Dürkheim und Umgebung e.V.“. Aufgrund des damaligen Zeitgeistes wurde gerne auch die Nibelungensage mit ihrem strahlenden Helden Siegfried in die Tiefen der heimischen Wälder verlegt. Die Siegfried-Sage spielte demnach auch im Limburg-Dürkheimer Wald, hinten an den Hohen Bergen („Hoher Berg“) am Drachenfels. Siegfrieds Bad im Drachenblut vollzog sich am Siegfriedsbrunnen, der bis dahin „Friedrichsbrunnen“ hieß und seinen neuen Namen von unserem Drachenfels Club erhielt.

Die Aktivitäten unseres Clubs bezogen sich in den Anfangsjahren 1873 bis 1875 schwerpunktmäßig auf den Drachenfels und das umliegende Areal. Schon in der Gründungsversammlung vom 14. April 1873 wurde beschlossen, für die Herrichtung von Wanderwegen zum Drachenfels und für den Zugang zur Drachenkammer, die bis dahin nur über eine Leiter zu erreichen war, entsprechende Gelder bereit zu stellen.

Wir danken Frau Annette Bleh, Leiterin Forstrevier Drachenfels, deren Statement zum Drachenfels auszugsweise an dieser Stelle veröffentlicht wird:

"Es handelt sich nicht um eine Burgfestung, wie wir sie aus dem Mittelalter kennen. Vielmehr wurde der natürlich gewachsene Fels an den Stellen, an denen er von unten aus zugänglich gewesen wäre, mit einem Wall aus Steinen verschlossen. Ob die Anlage, die das gesamte Plateau umfasste, wirklich den Römern zuzuschreiben ist, bleibt fraglich. Ich habe schon den Hinweis auf Karten gesehen "Fliehburg aus römisch-keltischer Zeit", was der Sache m.E. näher kommt. Nach Informationen des Archäologen Dr. Kreckel, der etliche Ausgrabungen aus dieser Zeit in der Gegend leitete (u.a. Kriemhildenstuhl, Limburg), bin ich der Meinung, die Anlage sei als Fliehburg von den Kelten errichtet worden. Dafür spricht zuerst die Lage oben auf dem Berg, dann die Nähe zum Donnersberg. Vom West(er)fels aus, kann man bequem den Donnersberg, auf dem nachgewiesenermaßen eine keltische Siedlung war, sehen. Da der West(er)fels überhaupt nicht im Westen liegt, bin ich persönlich der Meinung, es handelt sich um eine falsche Übersetzung ins Hochdeutsche des Pfälzer Wortes "Wächterfels", weil dort damals ein Wächter zum Donnersberg geschaut hatte, um Nachrichten, die von dort per Signalfeuer kamen, weiter zu leiten. Dies war bei Kelten üblich und ist nachgewiesen. Später hatten die Römer meiner Einschätzung nach die Festung erobert und ihr Netz aus Handelsstraßen eingebaut. Das Lambertskreuz ist ein altes römisches Wegekreuz; Römerstraßen sind z.B. durch Weidenthal hindurch oder bei Hochspeyer bekannt.

Ein Hinweisschild gibt es aufgrund von Vandalismus am Drachenfels nicht. Er ist als Naturschutzgebiet geschützt, sodass von den markierten Pfaden nicht abgewichen werden darf, um die Tier- und Pflanzenwelt zu schonen. Daraus ergibt sich von selbst, dass es nicht erlaubt ist, dort nach Altertümern zu suchen bzw. zu graben.  Es ist beeindruckend, dass von dem Bauwerk nach über 2000 Jahren noch so viel übrig ist! Ich vermute, dass kein zeitgenössischer Bauherr eine solche Stabilität bei einem Bauwerk realisieren kann, wie unseren oft zu unrecht als Primitiv bezeichneten Vorfahren dies gelungen ist. Wenn sie den Pfad vom Südfels zum West(er)felsen gehen, kommt eine Stelle (kurz vor dem West(er)felsen), wo sie steil bergauf müssen. Dort quert der Pfad die Befestigungsmauer und sie können rechts sehr schön die geschichteten Steine erkennen. Links übernimmt der gewachsene Fels die Aufgabe der Befestigungsmauer. Auf dem anderen Pfad, der von Osten her von unterhalb der Drachenhöhle auf das Plateau kommt, durchstoßen sie quasi den Ringwall. Er ist an dieser Stelle wohl zusammengefallen. Man kann aber noch die etwa gleich großen Steine erkennen."

 

Felsformation: Drachenkopf ?

 

Blick aus der Drachenhöhle (I)

 

Ungesicherter Zugang...

 

Blick aus der Drachenhöhle (II)

 

Hinweis:

Falls Sie sich für eine Wanderung zum Drachenfels entschließen werden Sie bei gutem Wetter mit einem herrlichen Blick zur Rheinebene, dem Pfälzer Wald mit Donnerberg, Eckkopf, Weinbiet, Kalmit und zu unserem Denkmal Bismarckturm belohnt. Wir empfehlen Ihnen an dieser Stelle unsere Broschüre, die 4 Wanderungen (auch zum Drachenfels) beschreibt, mit dem Titel „Denkmäler Plätze Anlagen des Vereins im Bad Dürkheimer Raum“. Die bunte, informative Broschüre kann bei unserer Geschäftsstelle gegen eine Schutzgebühr von € 3,50 erworben werden.

 
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